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mercredi 28 juin 2017
   
Brèves
« Lutte de Classe » (GLAT) - Série complète !
samedi 27 octobre
La couverture chronologique de la revue du GLAT, Lutte de Classe, a été considérablement étendue (premier numéro de mars 1964) et comprend maintenant un renvoi sur une version numérisée des 128 numéros !
Cahiers du Communisme de Conseils - Série complète !
vendredi 26 octobre
Les trois numéros manquant (1, 2 & 5) sont maintenant disponibles dans les sommaires de la revue des Cahiers du Communisme de Conseils. Que les volontaires pour les transcriptions n’hésitent pas à se signaler... En attendant, bonne lecture !
Premiers scans des Cahiers du Communisme de Conseil
dimanche 5 août
Neuf des douze numéros de la revue des Cahiers du Communisme de Conseil (1968-1972) sont maintenant accessible en version numérique au travers du sommaire général.
Derniers numéros de la revue Communisme
dimanche 5 août
Les numéros 6, 8, 9 et 15 qui manquaient jusque là ont été ajoutés au sommaire général de la revue « Communisme » (1937-1939). Bonnes lectures !
Mise à jour sommaires GLAT
samedi 11 février
Le sommaire général de la revue du GLAT, Lutte de Classe vient d’être encore étendu. Merci de signaler manques ou corrections.
Sur le Web
Controverses
Revue publiée par le Forum de la Gauche Communiste Internationaliste : C’est pour contribuer à déblayer la voie vers la clarification et le regroupement sur des bases théoriques, politiques et organisationnelles saines que Controverses a vu le jour. En d’autres termes, tout en tenant compte du changement de période qui n’est plus au reflux mais à la reprise historique des combats de classes, notre objectif essentiel est de reprendre ce qui était le souci de Bilan mais qu’il n’a pu mener complètement à bien compte-tenu des conditions d’alors : « ...une critique intense qui visait à rétablir les notions du marxisme dans tous les domaines de la connaissance, de l’économie, de la tactique, de l’organisation », et ce sans « aucun dogme », sans « aucun interdit non plus qu’aucun ostracisme », et « par le souci de déterminer une saine polémique politique ». Ceci est plus que jamais indispensable afin de réussir un nouvel « Octobre 17 » sous peine de se retrouver comme ces « vieux bolcheviks ... qui répètent stupidement une formule apprise par cœur, au lieu d’étudier ce qu’il y avait d’original dans la réalité nouvelle. (extrait de l’éditorial du n°1)
Gavroche - La revue
Le premier numéro de la revue trimestrielle Gavroche est sorti en décembre 1981. Il prenait la suite du Peuple français, belle aventure éditoriale des années soixante-dix. Depuis plus de 20 ans, la revue s’attache à la retranscription des fêtes, des travaux, des luttes et des joies du principal acteur de l’histoire : le peuple. Gavroche fait aussi resurgir des événements jusque-là ignorés ou passés volontairement sous silence.
L’Echo de la Fabrique
Le journal des chefs d’ateliers et ouvriers de la soie à Lyon, hebdomadaire phare de la presse ouvrière, paraît d’octobre 1831 à mai 1834. Ce site en donne à lire l’intégrale des articles, suite à un remarquable travail empreint d’une grande rigueur scientifique. Indispensable pour l’étude des insurrections des canuts de 1831 et 1834.
La Révolution prolétarienne
Revue fondée par Pierre Monatte en 1925. Le site publie un grand nombre d’articles de la période "historique". La publication se poursuit...
La Bataille socialiste
Site de ressources documentaires sur le patrimoine socialiste. Suit l’actualité des parutions, publie certains articles en ligne et propose des documents concernant le mouvement ouvrier de la première moitié du XXe siècle principalement.
SPARTAKUS a03 : Der Zusammenbruch
Spartakus Briefe Nr. 3 vom März 1915
4. August 2013 von eric

DER ZUSAMMENBRUCH

Die Reichstagsfraktion bewilligt den Etat, sie pfeift auf die Beschlüsse der Gesamtpartei!

20. März 1915

In der Dunkelkammer des Fraktionszimmers wurde der Gedanke, Parteitagsbeschlüsse vor aller Welt mit Füßen zu treten, in größter Heimlichkeit zum Beschluß erhoben.

Das böse Gewissen veranlaßte die Fraktionsmehrheit, den folgenschwersten Beschluß, der jemals von einer sozialdemokratischen Fraktion gefaßt worden ist, bis zur vollbrachten Tat vor den Parteigenossen im Lande zu verbergen — nur das „Berliner Tageblatt“ erhielt natürlich von der Fraktionsentscheidung Kenntnis.

Am 20. März 1915 — ein gütiges Geschick bewahrte uns vor einer Schändung des 18. März [1] — hat die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstags den Etat bewilligt. Zum ersten Male seit Bestehen der Partei! Herrlichen Zeiten wachsen wir entgegen!

Nur die Genossen Liebknecht und Rühle stimmten ausdrücklich gegen das Gesamtbudget. 30 Genossen haben sich jedoch noch vor der Abstimmung aus dem Saale entfernt. Es waren dies die Genossen Albrecht, Antrick, Baudert, Bernstein, Bock, Brandes, Büchner, Davidsohn, Dittmann, Emmel, Fuchs, Geyer, Haase, Henke, Herzfeld, Hoch, Hofrichter, Hörn, Kunert, Ledebour, Leutert, Peirotes, Raute, Schmidt-Meißen, Schwartz-Lübeck, Simon, Stadthagen, Stolle, Vogtherr, Zubeil. (Oskar Cohn hat sich gleichfalls für diese Demonstration erklärt.)

Die Stellung der deutschen Sozialdemokraten zum Etat ist durch eine Reihe schwerwiegender Parteitagsbeschlüsse festgelegt. Diese nunmehr von der Fraktion eigenmächtig in Fetzen gerissenen Resolutionen unserer höchsten sozialdemokratischen Körperschaft sind von vier Parteitagen: Lübeck 1901, Dresden 1903, Nürnberg 1908, Magdeburg 1910, nach ausgiebigster Debatte und unter sorgfältiger Würdigung aller vorkommenden Fälle zur höchsten Richtschnur erhoben worden. Diese Resolutionen sollten der Partei auch keineswegs einen neuen unerhörten Grundsatz aufzwingen. Im Gegenteil. Es handelte sich auf diesen Parteitagen um Beschlüsse der Gesamtpartei, durch welche die parlamentarischen Landtagsfraktionen, die die alterprobte Parteitradition der strikten Budgetablehnung eigenmächtig durchbrochen hatten [2], in ihre Schranken zurückverwiesen wurden. Da die revisionistischen Mäuse immer wieder einen rettenden Ausweg ins Freie der Grundsatzlosigkeit fanden, wurde von Parteitag zu Parteitag nach reiflicher Diskussion und mit überwältigenden Mehrheiten der Grundsatz der Budgetablehnung verschärft, obgleich die umgefallenen Fraktionen natürlich jedesmal erklärt hatten, durch außerordentlich wichtige Umstände zu ihrem Verhalten gezwungen gewesen zu sein. Proletarischer Massenwille triumphierte damals noch über parlamentarische Diplomatisiererei.

Und es waren die Mehrheiten der parlamentarischen Fraktionen, die wegen Bruchs der Parteidisziplin sich auf diesen Parteitagen auf die Anklagebank setzen mußten — nicht die Minderheiten der Fraktionen, die sich vergeblich gegen die von der Fraktionsmehrheit verübten Attentate auf die Parteiprinzipien gewehrt hatten.

Der Weltkrieg hat alles auf den Kopf gestellt. Vergeblich sucht der Blick inmitten des allgemeinen Trümmerfeldes die feste Burg der Sozialdemokratischen Partei. Die kapitalistische Weltkriegskatastrophe hat sie wie ein Spielzeug durcheinandergeschüttelt.

Jetzt hat die Reichstagsfraktion, die den Parteitagen gegenüber keine andere parteirechtliche Stellung einnimmt als die Landtagsfraktionen -die dereinst deswegen verurteilten Landtagsfraktionen —, dem Reichsbudget zugestimmt. Und das in einer Zeit, in der die Regierung weniger als je das Vertrauen des Proletariats verdient; in einer Zeit, in der aus der von uns durch Jahrzehnte bekämpften Weltmachtspolitik die kapitalistische Drachensaat des Weltkriegs aufgegangen ist; in einer Zeit, in der der Burgfriede schlimmer als ein Sozialistengesetz das klassenbewußte Proletariat knebelt — und zugestimmt einem Budget von dreizehn Milliarden, von denen über elf Milliarden für den Weltkrieg des Imperialismus bestimmt sind.

Damit hat die Reichstagsfraktion ihrer parteiverderblichen Politik die Krone aufgesetzt, ihrer Politik, durch die sie das deutsche Proletariat, das ganze deutsche Volk, den Sozialismus und das internationale Proletariat aufs schwerste geschädigt und Verwirrung in die Reihen des klassenbewußten Proletariats getragen hat.

Wir klagen die Reichstagsfraktion an, die bisherigen Parteigrundsätze und damit zugleich den Gedanken des Klassenkampfes verraten zu haben. Die Fraktion hat sich dadurch selbst außerhalb der Partei gestellt, sie hat aufgehört, als die berechtigte Vertreterin der deutschen Sozialdemokratie betrachtet zu werden.

Parteigenossen!

Ihr habt zu wählen zwischen der Sozialdemokratischen Partei, so wie sie bis zum 4. August zum Schrecken aller Reaktionäre dastand, und einer nationalsozialen Reformpartei, in die die Mehrheit der Reichstagsfraktion zum Gespött unserer alten politischen Gegner die Masse des klassenbewußten Proletariats einfangen will.

Parteigenossen! Bei euch liegt die letzte Entscheidung!

Rettet die von der Fraktion schnöd im Stich gelassene Kampfesfahne des internationalen revolutionären Sozialismus!

An den Pranger mit den Prinzipienverrätern!

Haltet durch im Sozialismus!


Quellen :

— Spartakusbriefe, Herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Berlin, Dietz Verlag, 1958; Vorwort von Dr. Helmut Kolbe; Vorwort zum ersten Band der Spartakusbriefe (Berlin, 1926) von Ernst Mayer; Mit einer Beilage: Faksimiledruck des Spartakusbriefes Nr. 12 vom Oktober 1918, S. 10-12.

— Transkription und HTML-Markierung : Smolny, 2013.

[1] Anspielung auf den siegreichen Berliner Volksaufstand vom 18. März 1848.

[2] Die sozialdemokratischen Abgeordneten der süddeutschen Landtage stimmten, entgegen den Parteitagsbeschlüssen, wiederholt für das Budget beziehungsweise die Finanzgesetze.