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Controverses
Revue publiée par le Forum de la Gauche Communiste Internationaliste : C’est pour contribuer à déblayer la voie vers la clarification et le regroupement sur des bases théoriques, politiques et organisationnelles saines que Controverses a vu le jour. En d’autres termes, tout en tenant compte du changement de période qui n’est plus au reflux mais à la reprise historique des combats de classes, notre objectif essentiel est de reprendre ce qui était le souci de Bilan mais qu’il n’a pu mener complètement à bien compte-tenu des conditions d’alors : « ...une critique intense qui visait à rétablir les notions du marxisme dans tous les domaines de la connaissance, de l’économie, de la tactique, de l’organisation », et ce sans « aucun dogme », sans « aucun interdit non plus qu’aucun ostracisme », et « par le souci de déterminer une saine polémique politique ». Ceci est plus que jamais indispensable afin de réussir un nouvel « Octobre 17 » sous peine de se retrouver comme ces « vieux bolcheviks ... qui répètent stupidement une formule apprise par cœur, au lieu d’étudier ce qu’il y avait d’original dans la réalité nouvelle. (extrait de l’éditorial du n°1)
Gavroche - La revue
Le premier numéro de la revue trimestrielle Gavroche est sorti en décembre 1981. Il prenait la suite du Peuple français, belle aventure éditoriale des années soixante-dix. Depuis plus de 20 ans, la revue s’attache à la retranscription des fêtes, des travaux, des luttes et des joies du principal acteur de l’histoire : le peuple. Gavroche fait aussi resurgir des événements jusque-là ignorés ou passés volontairement sous silence.
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Le journal des chefs d’ateliers et ouvriers de la soie à Lyon, hebdomadaire phare de la presse ouvrière, paraît d’octobre 1831 à mai 1834. Ce site en donne à lire l’intégrale des articles, suite à un remarquable travail empreint d’une grande rigueur scientifique. Indispensable pour l’étude des insurrections des canuts de 1831 et 1834.
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La Bataille socialiste
Site de ressources documentaires sur le patrimoine socialiste. Suit l’actualité des parutions, publie certains articles en ligne et propose des documents concernant le mouvement ouvrier de la première moitié du XXe siècle principalement.
SPARTAKUS a08 : Zur Information
Spartakus Briefe Nr. 8 von 1915
4. Oktober 2013 von eric

DIE „HUMANITÉ“ ÜBER MÜLLERS BESUCH VOM 1. AUGUST 1914 IN PARIS

Um den angeblich unzutreffend durch Südekum in Italien gegebenen Bericht über Müllers Besuch zu widerlegen, hatte Pierre Renaudel in der „Humanité“ vom 26. Februar 1915 eine Darstellung gegeben, die jetzt im wesentlichen durch einen gleichfalls in dem französischen Parteiblatt veröffentlichten Brief des belgischen Genossen Henri de Man bestätigt und ergänzt wird. Wir geben nachstehend den Wortlaut in Übersetzung.

P.S.

„l’Humanité“ vom 4. März 1915

Eine Bestätigung

Ich habe vom Bürger Henri de Man nachstehenden Brief erhalten, welcher bestätigt, was ich vor einigen Tagen hier zur Kenntnis gebracht habe über den durch Müller, Mitglied des Parteivorstandes, der französischen sozialistischen Partei vor der Kriegserklärung abgestatteten Besuch. Das Zeugnis Henri de Mans ist besonders schätzbar. Unser Genosse war in Brüssel den Sekretariatsdiensten des Internationalen Sozialistischen Büros zugeteilt. In dieser Eigenschaft und als Übersetzer begleitete er Müller. Unser Freund de Man ist gegenwärtig Unterleutnant der belgischen Armee.

Pierre Renaudel

Sonntag, den 28. Februar 1915

Mein teurer Renaudel!

Durch die „Humanité“ von vorgestern sehe ich, daß Dich eine ungenaue Darstellung über Müllers Besuch vom 1. August, weiterverbreitet durch Südekum in Italien, gezwungen hat, die Sache richtigzustellen.

Ich habe unglücklicherweise die Notizen zerstört, deren ich mich bediente, um während der zwei Zusammenkünfte, die Müller mit der sozialistischen Kammerfraktion hatte, meine Übersetzertätigkeit auszufüllen. Aber, bevor sich meine Erinnerungen trüben, bestätige ich Deine Darstellung von Müllers Besuch, ihr damit eine größere Genauigkeit verleihend. Du darfst von meinem Schreiben den Gebrauch machen, den Du für nützlich hältst.

Müller war tatsächlich für den Parteivorstand gereist, nicht um dem Leichenbegängnis für Jaures beizuwohnen, von dessen Tod er erst im Verlauf seiner Fahrt in Brüssel erfuhr, sondern zu dem Zweck der gegenseitigen Information. Das war sein wirklicher Auftrag. Der Parteivorstand hielt sich für verpflichtet, die französischen Genossen über den Stand der Dinge und über den Geist in Deutschland zu informieren und wollte sich gleichzeitig unterrichten über die voraussichtliche Haltung der französischen sozialistischen Kammerfraktion bei der Abstimmung über die Kriegskredite. Er wünschte die Auskünfte im Hinblick auf die für kommenden Dienstag angezeigte Sitzung des Reichstages, welcher eine Sitzung der Reichstagsfraktion vorangehen sollte, wo diese ihre Haltung in betreff der Kredite für den Krieg festlegen werde.

Müller wurde empfangen nicht „in einer unerhörten Weise“, wie Südekum sagt, sondern mit einer außergewöhnlichen Herzlichkeit, die die tragischen Umstände des Augenblicks besonders ergreifend machten.

Sobald wir in die Sitzung eingetreten waren, präzisierte Müller die Bedeutung seiner Mission und der Erklärungen, die er abzugeben gekommen war, darüber sagend, daß weder der Parteivorstand noch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die Frage ihrer Haltung bezüglich der Kriegskredite diskutiert hätte und daß sich übrigens die Situation noch ändern könne. Bevor sie das nicht getan, würde er sich darauf beschränken, die Situation der sozialistischen Partei Deutschlands im Augenblick seiner Abreise so objektiv als möglich darzulegen. Er fügte hinzu, daß die deutschen Sozialisten in ihrer Mehrzahl wünschten, bevor sie selbst Stellung nehmen, sich über die voraussichtliche Haltung der französischen Genossen zu unterrichten, um, wenn möglich, für sich eine ähnliche Richtlinie verfolgen zu können.

Müller erklärte in formeller Weise und zu verschiedenen Malen, daß eine Abstimmung der sozialdemokratischen Fraktion zugunsten der Kriegskredite ganz gewiß nicht zu erwarten sei. „Daß man für die Kriegskredite stimmt, das halte ich für ausgeschlossen“ (im Original deutsch), waren seine wirklichen Ausdrücke. Es waren, erklärte er, unter den Führern der Partei und unter den Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion nur zwei nennenswerte Meinungen: die zugunsten der Abstimmung gegen die Kriegskredite; die andere die Stimmenthaltung befürwortend. Die Anhänger der Abstimmung gegen schienen übrigens, fügte er hinzu, in der Mehrzahl zu sein gegenüber denjenigen der Stimmenthaltung.

Auf den Hinweis eines französischen sozialistischen Deputierten, daß ein brutaler und plötzlicher Angriff von Seiten eines der an dem Konflikt interessierten Länder inzwischen einen Fall der rechtmäßigen Verteidigung des [einen] oder [mehrerer] der angegriffenen Länder schaffen könnte, erklärte Müller als die Meinung der deutschen Sozialisten, die Unterscheidung zwischen angreifenden und angegriffenen Staaten, welche die Sozialisten unlängst noch als wesentlich erwogen haben, sei überholt. Der gegenwärtige Konflikt leite sich ab von allgemeinen Ursachen, welche zusammenlaufen in der imperialistisch-kapitalistischen Bewegung, und die Verantwortung dafür falle auf die herrschenden Klassen aller interessierten Länder zurück. Müller erklärte dann, er betrachte die Hypothese als höchst unwahrscheinlich, daß die Ereignisse eines der beteiligten Länder als den einzigen Angreifer erscheinen lassen würden (wie wenn z. B. die russische Armee plötzlich einen Einfall in die östlichen Provinzen Deutschlands machte); die einzige Hypothese, fügte er hinzu, wo die Sozialdemokratie eines Landes dieses als im Zustand rechtmäßiger Verteidigung betrachten könnten. Gerade deshalb, weil die Hypothese wenig wahrscheinlich wäre, fügte er hinzu, wäre es wünsdienswert, daß die Sozialisten in allen Ländern eine nahezu identische Haltung einnehmen, namentlich auf beiden Seiten der Vogesen.

Der Meinungsaustausch, welcher darauf folgte, hatte gezeigt, daß die französischen Genossen überzeugt waren, die Regierung der Republik wolle aufrichtig die Erhaltung des Friedens, und daß in Konsequenz dessen, wenn der Krieg trotzdem ausbräche, sie nur zwischen zwei Alternativen zu wählen hätten: der Alternative zugunsten der Kriegskredite oder Stimmenthaltung. Müller schloß sich schließlich der Meinung an, die durch den Präsidenten der Sitzung zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Stimmenthaltung das einzige Mittel sein würde, um die Einheitlichkeit der Aktion der sozialistischen Parteien von Frankreich und Deutschland zu sichern. Überdies blieb vorausgesetzt, daß in dieser Hinsicht keine Vereinbarung getroffen werden könne und daß der Austausch der Meinungen, der soeben stattgefunden hatte, kein anderes Ziel haben würde, als gegenseitig die Entscheidung zu erleichtern, die im entscheidenden Moment jede der beiden Parteien ihrerseits in voller Autonomie fällen würde, aber mit dem Wunsche, soweit wie möglich die internationale Einheitlichkeit der Aktion des Proletariats zu wahren.

In Summa: die Erklärungen Müllers hinterließen den sehr klaren Eindruck:

1. daß die Majorität der deutschen sozialdemokratischen Fraktion dem Votum gegen die militärischen Kredite günstig gestimmt sei;

2. daß, wenn trotzdem die Anhänger der Stimmenthaltung die Überhand gewinnen sollten, dies hauptsächlich geschähe, um die Einheitlichkeit mit den französischen Sozialisten zu bewahren;

3. daß die einzige Hypothese, die nicht ins Auge zu fassen wäre, die der Abstimmung der deutschen Sozialdemokraten zugunsten der Kriegskredite sei.

Damit über die Tragweite meiner Erklärung kein Zweifel möglich ist, möchte ich hinzufügen, daß sich mein Freund Müller vollkommen im guten Glauben befand und daß seine Erklärungen übrigens sehr wahrscheinlich in einer sehr genauen Weise den Geisteszustand der Führer der deutschen Sozialdemokratie bis zu den letzten Julitagen verdeutlichten.

Ich benutze die Gelegenheit, mein lieber Renaudel, um Dir meine volle Bewunderung auszudrücken für die mutige und klare Art, in welcher die „Humanité“ hauptsächlich seit der Konferenz von London [1] den sozialistischen Standpunkt verteidigt in dem Kampf, den wir gegen den preußischen Militarismus führen. Man kann sagen, belgische Sozialisten, die sich gegenwärtig unter den Waffen befinden — zum großen Teil als Freiwillige —, würden sich genauso wie die französischen Kameraden, nicht schlagen, wie sie es tun, wenn sie nicht wüßten, daß der Einsatz des Kampfes weder die Eroberung deutschen Landes noch die Zerstörung der nationalen deutschen Einheit ist, sondern im Gegenteil, die Befreiung der Nationalitäten, die Unterwerfung des preußischen Junkertums, das Ende selbst des Krieges und des Militarismus.

Herzlichst Dein
H. de Man

Müller hat durch eine Erklärung, die kürzlich durch die Parteipresse ging, einzelne Teile der Darstellung des Genossen de Man ausdrücklich bestätigt, die andern jedoch nicht berichtigt, so daß man sie also wird als zutreffend ansehen dürfen. Die Tatsache bleibt also bestehen, daß die deutschen Parteiführer innerhalb 24 Stunden „umgelernt haben“.

P.S.

AUS DER REDE DES HERRENHAUSPRÄSIDENTEN, GRAFEN VON WEDEL-PIESDORF, VOM 15. MÄRZ 1915 WIEDERGEGEBEN NACH DEM AMTLICHEN STENOGRAMM

Nach einem längeren historischen Exkurs führte dieser Herr über die Friedensaussichten wörtlich aus:

Wir haben den größten Teil unserer Kolonien verloren. Das ist schmerzlich, aber nicht von entscheidender Bedeutung. Dagegen ist der deutsche Boden mit Ausnahme einiger Dörfer im Elsaß frei von Feinden, und wir sind in der Lage, Belgien und einen großen Teil von Frankreich und Polen als in unserer Macht befindlich zu betrachten. Man kann aussprechen, daß damit das Vorhaben unserer Feinde, Deutschland zu vernichten, zuschanden geworden ist, daß wir insofern als Sieger dastehen.

Und wenn wir weiter nichts wollten, als diesen Angriff abschlagen, so glaube ich, würde es nicht allzuschwer sein, einen Frieden in kurzer Frist zu erlangen. Damit kann aber Deutschland sich nicht befriedigt erklären. (Lebhaftes: „Bravo!“) Nach den ungeheuren Opfern, die wir gebracht haben, an Menschen sowohl wie an Hab und Gut, müssen wir mehr fordern.

Wir können das Schwert erst wieder in die Scheide stecken, wennDeutsch-land eine Sicherung erlangt hat dagegen, daß in ähnlicher Weise wie diesmal die Nachbarn wieder über uns herfallen. Worin diese Sicherung bestehen soll, meine Herren, das vermag ich nicht auszusprechen. Wenn man das aussprechen wollte, müßte man in eine Diskussion der Friedensbedingungen eintreten, und das würde ich im jetzigen Augenblick, wo die Entscheidung noch so ungewiß ist, den deutschen Interessen nicht förderlich halten. („Sehr richtig!“) Ich bemerke, daß zahlreiche Mitglieder dieses Hauses mich gebeten haben, dies auch in ihrem Namen auszusprechen. („Bravo!“)


Quellen :

— Spartakusbriefe, Herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Berlin, Dietz Verlag, 1958; Vorwort von Dr. Helmut Kolbe; Vorwort zum ersten Band der Spartakusbriefe (Berlin, 1926) von Ernst Mayer; Mit einer Beilage: Faksimiledruck des Spartakusbriefes Nr. 12 vom Oktober 1918, S. 60-64.

— Transkription und HTML-Markierung : Smolny, 2013.

[1] Gemeint ist die Londoner Konferenz der Sozialisten der Ententemächte vom 14. Februar 1915.