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OCRL4 - Die Waffen sprechen!
HAMBURGER ECHO (1914) / Édition en ligne
18. November 2014 von eric

Rosa LUXEMBURG, La brochure de Junius, la guerre et l’Internationale ( 1907 - 1916 )

Œuvres complètes, tome IV - Édition en ligne

On trouve en début du chapitre V de La crise de la social-démocratie (ou Brochure de Junius) de nombreux extraits de la presse social-démocrate dans la même tonalité nationaliste que cet article (p. 136-139). Rosa Luxemburg cite d’ailleurs l’édition du 11 août du même quotidien, le Hamburger Echo (p. 138). Cet article inédit en ligne complète donc l’illustration que voulait donner Rosa Luxemburg du reniement de la presse socialiste au nom de la défense de la «culture» et de la lutte contre le tsarisme.

Artikel des „Hamburger Echos“ vom 4. August 1914 zur Rechtfertigung der Kriegspolitik der Sozialdemokratie

Die Waffen sprechen!

Der Weltbrand ist entfacht. Was wir alle schon längst fürchteten, wogegen wir nach Kräften gewirkt haben, es ist Tatsache geworden: Der Krieg ist da. Gegen Rußland ist er schon seit Sonntag ganz, gegen Frankreich ist er heute entbrannt. Was sonst noch werden wird — wir wissen es nicht.

Aber wir ahnen, daß Deutschland seine ganze Kraft, das deutsche Volk den letzten Mann aufbieten muß in einem Ringen, das über Sein oder Nichtsein entscheidet. Wir haben es nicht verhindern gekonnt, dieses Furchtbare. Nun heißt es: Durchhalten!

Gegen die Heere des Zaren, die unser Land zu überfluten drohten, richtete sich die erste Rüstung, der erste Vorstoß. Im Osten wird gekämpft, auf der See und auf dem Land. Die erst eingedrungenen Russen sind zurückgeworfen worden, russische Grenzstädte sind von deutschen Soldaten in rasch erfolgendem Gegenstoß genommen und besetzt worden. Die deutschen Schiffe sind in rasender Fahrt an Rußlands Küsten geeilt und kämpfen. Was im einzelnen vorgegangen ist, werden die vielleicht noch einlaufenden Depeschen berichten.

Und nun ist die Westgrenze bedroht. Frankreich hat nach der amtlichen Meldung angegriffen, seine Truppen versuchen durchzubrechen nach Elsaß-Lothringen, nach Süddeutschland, nach der Rheinprovinz. Der Kampf ist da!

Jetzt ist keine Zeit, zu erörtern und zu forschen, wo der innere Grund der furchtbaren Katastrophe liegt. Wir stehen vor Tatsachen.

Trauernd nehmen wir Abschied vom Frieden, so unsicher, so schwankend er von je war. Trauernd sehen wir das Elend hereinbrechen und über Europa die Kriegsfurie ziehen mit Brand und Mord. Die Menschheit verhüllt ihr Antlitz.

Aber wir sind nun nicht mehr frei, zu wählen! Wir müssen hinein in den blutigen Wirbel, wir müssen das Vaterland schützen. Gegen Ost und West ist die Front, gegen die Scharen, die der Zar auf uns losläßt, gegen jene Franzosen, die der Revanchedurst zu Werkzeugen des russischen Despoten gemacht hat. Und wenn das Schlimmste zum Schlimmen kommt, wenn noch mehr Feinde uns erwachsen, wir müssen die Zähne zusammenbeißen und uns wehren. Anderes gibt es nicht.

Unschuldig sind wir an dem Fürchterlichen. Wir haben zum Frieden, zur Verständigung gemahnt. Es ist anders gekommen.

Jetzt entscheidet das Eisen! Jetzt entscheidet die Macht! Deutschlands Volk muß sich verteidigen!

Noch ein Wort der Mahnung in letzter Stunde! Ernste Entschlossenheit zeigen alle. Die einberufenen Männer stellen sich, man könnte sagen geräuschlos, und die armen Frauen und Kinder tragen still den Schmerz. Man hört auch, und das ehrt unser Volk, kaum ein Wort des Hasses gegen jene, zu deren Bekämpfung die Wehrmacht aufgeboten wird. Diese Männer werden die ihnen obliegenden Pflichten erfüllen, sie werden treu und tapfer die Waffen führen gegen die einbrechenden Krieger. Aber sie werden Menschen bleiben, werden nicht vergessen, daß sie dem deutschen Namen keine Schande machen dürfen in einem Ringen, das für Kultureuropa zur Schicksalswende werden kann.

Der Verteidigung unsere Kraft!


QUELLEN

— „Hamburger Echo“, Nr. 179 vom 4. August 1914.

— Dokumente und Materialen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Bd. 1, Juli 1914 — Oktober 1917, Berlin, Dietz Verlag, 1958, S. 24-25 ;

— Transkription und HTML-Markierung: Smolny, 2014.


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